Wo steht ein Aquarium sicher und ohne Ärger mit Licht und Strom?
Praktisch bewährt hat sich eine gestaffelte Vorgehensweise. Zuerst drei bis vier Tage lang täglich 10 bis 20 Prozent Wasser wechseln, dabei den Mulm absaugen. Danach die Fütterung für eine Woche halbieren. Parallel einen mechanischen Feinfilter einsetzen und zweimal täglich kurz ausspülen, damit er nicht zur Nährstoffquelle wird. Bleibt die Trübung danach bestehen und verstärkt sich, ist eine Bakterienblüte wahrscheinlich. Dann hilft vor allem Geduld: Die Population bricht meist nach ein bis zwei Wochen von selbst zusammen, wenn die Nährstoffe fehlen.
Ein häufiger Fehler ist, den Test auf einer verschmutzten oder feuchten Oberfläche durchzuführen. Staub, Zementschlämme oder Algen können die Reaktion verfälschen. Ebenso problematisch: den Essig nur kurz auftragen und sofort abwischen. Manche kalkhaltigen Steine reagieren langsam. Wer den Tropfen nach zehn Sekunden wegwischt, übersieht die Reaktion. Auch die Verwendung von verdünntem Essig kann das Ergebnis abschwächen. Besser ist unverdünnter Essig oder Essigessenz.
Strom, Wasser und Lärm richtig planen Für Filter, Heizstab und Beleuchtung werden mehrere Steckdosen gebraucht, am besten eine eigene Mehrfachsteckdose mit Schalter und Überspannungsschutz. Diese wird so montiert, dass kein Tropfwasser hineinlaufen kann, also seitlich versetzt und oberhalb der Beckenkante. Verlängerungskabel quer durch den Raum sind eine Stolperfalle und sollten vermieden werden. Wer eine Zeitschaltuhr für die Beleuchtung nutzt, braucht eine weitere Steckdose. Die Beleuchtungsdauer liegt bei acht bis zehn Stunden täglich, eine feste Ein- und Ausschaltzeit beugt Algen vor.
Typische Fehler sind zu wenig Wasser, zu seltene Wechsel und zu kurze Einwirkzeit. Steht das Holz nur halb im Wasser, entstehen Wasserlinien, die später als Flecken sichtbar bleiben. Wird das Wasser nicht gewechselt, sättigt es sich und die Auswaschung stoppt. Und wer das Holz nach dem Wässern zu schnell trocknet, bekommt Risse an den Hirnenden, obwohl das Entgerben gelungen ist. Ein weiteres Problem ist stehendes, sauerstoffarmes Wasser: Es riecht faulig und kann das Holz oberflächlich angreifen. Frisches Wasser und gelegentliches Bewegen des Stücks verhindern das.
Ein häufiger Fehler ist das Aufstellen auf einem Sideboard oder Regal, das nicht für das Gewicht ausgelegt ist. Pressspanplatten biegen sich mit der Zeit durch, das Becken gerät in Schieflage und kann reißen. Auch der Untergrund zählt: Auf Teppich sinkt der Schrank ein und steht nicht mehr gerade, auf Fliesen kann Kondenswasser zur Rutschgefahr werden. Eine dünne, wasserfeste Unterlage aus Styrodur oder einer Gummimatte gleicht kleine Unebenheiten aus.
Der Standort selbst braucht zwei Dinge: Tageslicht ohne direkte Sonne und eine Wand mit Steckdosen in Reichweite. Direkte Sonneneinstrahlung heizt das Wasser auf und führt zu starkem Algenwachstum. Ein Platz gegenüber einem Südfenster ist ungünstig, ein halbschattiger Bereich mit indirektem Licht funktioniert besser. Auch Heizkörper, Kaminöfen und Klimaanlagen sind tabu, weil sie die Wassertemperatur unkontrolliert verändern. Steht das Becken zu nah an einer Tür oder in einem Durchgang, stößt man ständig an und erschreckt die Fische.
Vor dem Befüllen wird der Standort mindestens einen Tag lang mit einem gefüllten Eimer oder Kanistern getestet. So zeigt sich, ob der Boden nachgibt oder der Schrank sich verzieht. Erst danach werden Kies, Wasser und Technik eingebracht. Wer diese Reihenfolge einhält, spart sich später teure Reparaturen und einen Umzug des kompletten Beckens.
Bevor ein Aquarium aufgestellt wird, sollte der Boden geprüft werden. Ein Becken mit 100 Litern wiegt gefüllt bereits über 100 Kilogramm, bei 200 Litern sind es schnell 250 Kilogramm oder mehr, dazu kommen Kies, Dekoration und Technik. Normale Holzbalkendecken in Altbauten tragen oft nur 150 bis 200 Kilogramm pro Quadratmeter, was bei einem kleinen Becken in einer Zimmerecke problematisch werden kann. Wer unsicher ist, fragt vor dem Kauf bei der Hausverwaltung oder einem Statiker nach. Das Aquarium wird grundsätzlich quer zu den Deckenbalken aufgestellt, nicht parallel, und möglichst nah an einer tragenden Wand oder in einer Zimmerecke. Ein wackeliger Unterschrank ist ein typischer Fehler: Der Schrank muss absolut waagerecht stehen, sonst entstehen Spannungen im Glas.
Eine Strömungspumpe, die direkt auf das Riffgestein bläst, richtet mehr Schaden an als so mancher Anfängerfehler bei der Wasserchemie. Die Korallen reagieren auf zu starken, einseitigen Strahl zuerst mit eingezogenen Polypen, später mit Gewebeverlust an den exponierten Stellen. Bevor du also an der Leistung oder der Position drehst, beobachte zwei bis drei Tage lang, wo sich Detritus sammelt und wo das Gewebe blass wird. Das verrät mehr über die tatsächliche Strömung als jede Herstellerangabe.
Das Temperament ist der Punkt, der am wenigsten messbar und am häufigsten falsch eingeschätzt wird. Zwei friedliche Arten können trotzdem Probleme machen, wenn eine davon sehr aktiv ist und Futter aggressiv verteidigt. Revierverhalten zeigt sich oft erst nach Tagen, wenn die Tiere sich eingelebt haben. Beobachte in der ersten Woche genau: Wer frisst zuerst, wer wird verdrängt, wer zieht sich in Ecken zurück. Einzelne Tiere, die dauerhaft versteckt bleiben oder an der Oberfläche hängen, sind ein sicheres Warnsignal. Auch die Gruppenstärke spielt eine Rolle: Einzelne Fische einer Art werden eher gejagt als Gruppen ab vier bis sechs Tieren.