Wenn die Rute einjährig ist: So schneiden Sie die Weinrebe richtig

From BloomWiki
Jump to navigation Jump to search

Zuerst werden die beiden Endpunkte der Hecke festgelegt. An jedem Ende wird ein Stab senkrecht in den Boden geschlagen, und zwar so tief, dass er nicht wackelt. Die Stäbe müssen exakt auf der gewünschten Schnittlinie stehen, nicht auf der aktuellen Außenkante der Zweige. Wer die Stäbe an die ausgefransten Triebe setzt, zieht die Schnur später schief und schneidet die Hecke schmaler als geplant.

Ein häufiger Fehler ist der Verjüngungsschnitt nach dem Vorbild anderer Gehölze. Bei Thuja funktioniert das nicht, weil sie kein schlafendes Auge im alten Holz besitzt. Ein zweiter Fehler ist der Schnitt in praller Mittagssonne: Die freigelegten Schnittflächen trocknen aus, und die Pflanze verbrennt an den Rändern. Besser sind bedeckte Tage oder der späte Nachmittag. Ein dritter Fehler ist der Schnitt im Herbst. Dann treibt die Thuja zwar noch aus, aber die jungen Triebe sind vor dem Frost nicht ausgereift und erfrieren. Der richtige Zeitpunkt liegt im Frühjahr vor dem Austrieb oder Ende Juni nach dem ersten Zuwachs.

Beim Ausbringen auf Beeten gilt eine Faustregel: zwei bis fünf Zentimeter Schichtdicke, je nach Material. Zu dünn aufgetragen verdunstet die Feuchtigkeit zu schnell, zu dick aufgetragen fault der Boden darunter und Wurzeln ersticken. Halten Sie außerdem Abstand zu Stämmen und Stängeln von Jungpflanzen. Direkt am Stamm darf kein Häckselgut liegen. Der häufigste Fehler ist eine viel zu dicke Schicht direkt am Pflanzfuß, die Nässe staut und Fäulnis auslöst. Besser dünn und flächig verteilen als dick und punktuell.

Beim Schneiden von Ästen entscheidet die Schnittführung darüber, ob sich eine Wunde schnell verschließt oder ob der Baum jahrelang damit kämpft. Viele greifen zur Säge und setzen den Schnitt bündig am Stamm an, weil das optisch sauber wirkt. Genau das ist der Fehler: Mit dem Ast fällt die Wulst, die den Abschluss gegen den Stamm bildet. Ohne diesen Gewebering kann der Baum die Wunde nicht mehr abdichten, und Fäulnis dringt tief in das Holz ein.

Für den Formschnitt gilt, dass höchstens ein Drittel des jährlichen Zuwachses entfernt werden sollte. Der Schnitt erfolgt knapp über einer Seitenknospe im grünen Bereich, nicht auf Höhe des verholzten Grundgerüsts. Wer die Hecke stark in die Breite reduzieren will, muss sich bewusst sein, dass jeder Zentimeter ins alte Holz ein Risiko darstellt. Ein einmaliger starker Rückschnitt kann toleriert werden, wenn noch genügend grüne Triebe an der Schnittstelle verbleiben. Fehlen sie vollständig, bleibt die Stelle kahl.

Der Schnitt selbst: Was an der einjährigen Rute bleibt Beim Winterschnitt lassen Sie pro Bogen oder Zapfen eine Rute stehen. Kürzen Sie die Rute auf sechs bis zehn Augen, je nach Sorte und Wuchsstärke. Der Schnitt erfolgt immer knapp über einem Auge, etwa einen halben Zentimeter darüber, und zwar schräg von der Knospe weg. Ein zu langer Stummel trocknet zurück, ein zu kurzer Schnitt verletzt das Auge. Entfernen Sie alle anderen einjährigen Ruten bis auf den Zapfen, der als Ersatz dient. Der Zapfen wird auf zwei Augen geschnitten und liefert im nächsten Jahr die neue Fruchtrute.

Die einjährige Rute ist der Trieb, den die Rebe im vergangenen Sommer gebildet hat. Sie ist hellbraun bis rötlich, hat eine glatte Rinde und sitzt an einem zwei- oder mehrjährigen Holz. Wer im Winter schneidet, muss diese Rute sicher von älterem Holz unterscheiden können, sonst entfernt er das falsche Holz oder lässt zu viel stehen. Einjährige Ruten erkennt man daran, dass sie noch keine Seitentriebe mit Rinde und keine Gescheine getragen haben. Die Knospen sitzen dicht und regelmäßig, das Mark ist grün und saftig.

Der richtige Zeitpunkt liegt außerhalb des Austriebs, im Spätwinter oder nach dem Laubfall. Im Sommer schneiden nur bei Bedarf, etwa um Schäden zu beseitigen. Nach dem Schnitt bleibt der Baum einige Wochen ungestört; die Wulst wölbt sich nach und nach über die Wunde. Ist sie verletzt, bleibt eine offene Fläche zurück, die nie vollständig verschwindet. Deshalb lohnt es sich, vor jedem Schnitt kurz die Stelle zu prüfen und die Wulst zu suchen, bevor die Säge ansetzt.

Die Schnur richtig spannen Zwischen den beiden Stäben wird eine reißfeste Schnur gespannt. Sie darf nicht durchhängen, aber auch nicht so stramm sitzen, dass sie die Stäbe aus dem Boden zieht. Ein einfacher Test: mit dem Finger in die Mitte der Schnur drücken. Bewegt sie sich mehr als einen halben Zentimeter, ist sie zu locker. Bei langen Hecken über zehn Meter reicht eine einzelne Schnur nicht aus – dann wird in der Mitte ein dritter Stab gesetzt, damit die Linie nicht durchhängt. Die Schnur markiert die endgültige Außenkante. Alle Triebe, die darüber hinausragen, werden entfernt.

Der Schnitt entscheidet über die nächsten zehn Jahre Ein dauerhaft produktiver Rebstock braucht ein klares Gerüst aus mehrjährigem Holz und jedes Jahr neu aufgebaute Fruchtruten. Der entscheidende Fehler: Fruchtruten werden zu lang gelassen, weil man den Ertrag im ersten Jahr maximieren will. Die Folge sind lange, dünne Triebe mit wenigen, schlecht ausgebildeten Augen. Besser ist es, pro Bogen nur so viele Augen zu belassen, wie das Holz wirklich ernähren kann. Als Richtwert gilt: kräftige Ruten mit acht bis zwölf Augen, schwache mit vier bis sechs. Alles darüber bringt im ersten Jahr mehr Trauben, im dritten Jahr weniger Holz.