Wenn Die Wand Risse Zeigt: Harmlos Oder Ernst?
Fugen zwischen Fliesen, in der Dusche, auf der Arbeitsplatte oder am Fensterrahmen sehen schnell unansehnlich aus. Viele greifen dann zu aggressiven Reinigern, die den Schmutz zwar entfernen, aber die Fuge und die angrenzende Oberfläche dauerhaft schädigen. Dabei gibt es Hausmittel, die gründlich reinigen und empfindliche Materialien schonen, wenn man die Einwirkzeit und die Mechanik beachtet.
Wann ein Verzicht tatsächlich möglich i
Erst auf diesem vorbereiteten Untergrund hält die neue Farbe. Für sandende Putze eignen sich mineralische oder silikatische Anstriche, weil sie mit dem Untergrund reagieren statt nur auf ihm zu liegen. Beim Auftragen in zwei dünnen Schichten arbeiten, nicht in einer dicken Lage. Zwischen den Anstrichen die angegebene Zeit abwarten. So entsteht eine Oberfläche, die nicht mehr mehlt, gleichmäßig deckt und auch nach mehreren Jahren keine Risse zeigt.
Die Reparatur erfolgt von oben, ohne den gesamten Boden herauszunehmen. Zuerst die betroffene Diele an der Nut vorsichtig anheben und den Spalt mit einem Holzkeil oder einem dünnen Streifen aus hartem Holz unterfüttern. Keile nie aus weichem Holz verwenden, da sie sich schnell zusammendrücken. Anschließend die Diele wieder in die Feder drücken und mit einem passenden Nagel oder einer Schraube so befestigen, dass der Kopf später versenkt und mit Holzmehl verschlossen wird. Bei schwimmend verlegten Böden hilft es, die betroffene Diele leicht anzuheben und neu zu verkleben, damit sie nicht mehr gegen die Nachbarn arbeitet.
Nach der Reinigung sollten die Fugen gründlich mit klarem Wasser abgespült werden. Rückstände von Natron oder Säure können sonst mit der Zeit die Fugenmasse porös machen. Zum Trocknen eignet sich ein Mikrofasertuch, das keine Kratzer hinterlässt. Wer regelmäßig reinigt, braucht keine aggressiven Mittel. Einmal pro Woche eine milde Natronlösung und eine weiche Bürste verhindern, dass sich Schmutz und Schimmel überhaupt festsetzen. Bei Schimmel in Silikonfugen hilft Natron allein nicht dauerhaft. Hier muss die Fuge oft erneuert werden, weil der Schimmel bereits in das Material eingedrungen ist.
Setzrisse erkennen und einordnen Setzrisse verlaufen häufig treppenförmig entlang der Mauerwerksfugen, oft von Fenster- oder Türecken ausgehend. Sie entstehen, wenn sich Bauteile unterschiedlich setzen oder wenn der Untergrund nachgibt. Breiten über 0,5 Millimeter, treppenförmiger Verlauf oder Risse, die durch mehrere Steine gehen, sind ein Warnsignal. Auch ein Riss, der breiter wird oder dessen Ränder unterschiedlich hoch liegen, deutet auf Bewegung hin. In diesen Fällen hilft kein Spachteln, sondern nur eine fachliche Beurteilung des Bauwerks.
Nach dem Trocknen folgt die Kontrolle. Mit der Hand über die Fläche streichen: Bleibt kein Sand mehr am Handschuh, ist die Festigung gelungen. Kreidet die Fläche weiterhin ab, wurde entweder zu wenig Material aufgetragen oder die falsche Grundierung gewählt. In diesem Fall nicht sofort streichen, sondern erneut grundieren und wieder trocknen lassen. Typischer Fehler ist das Überstreichen einer noch feuchten oder ungleich gesaugten Fläche, was später zu Flecken und Haftungsrissen führt.
Das wirksamste und gleichzeitig mildeste Hausmittel ist Natron in Kombination mit Wasser. Für Fugen aus Zement, Silikon oder Kunststoff mischt man zwei Teile Natron mit einem Teil Wasser zu einer Paste. Diese wird mit einer alten Zahnbürste oder einem weichen Pinsel in die Fugen eingearbeitet. Entscheidend ist, nicht mit einem harten Drahtbesen zu schrubben, denn dieser trägt nicht nur Schmutz, sondern auch die oberste Fugenmasse ab. Nach zehn Minuten Einwirkzeit spült man die Paste mit klarem Wasser ab. Bei Kalkablagerungen kann man einen Schuss Essigessenz hinzufügen, aber niemals bei Naturstein wie Marmor oder Travertin, da Säure die Oberfläche anätzt.
Zuerst wird der Untergrund geprüft. Mit einem breiten Spachtel oder einer harten Bürste über die Fläche fahren: Löst sich dabei sandiges Material oder kreidiger Abrieb, ist die Zone instabil. Ein einfacher Klebetest mit einem Streifen Klebeband zeigt, ob lose Partikel anhaften. Feuchtigkeit ist ebenfalls auszuschließen, denn aufsteigende Nässe zerstört jede noch so gute Vorbehandlung. Erst wenn die Fläche trocken und der Abrieb rein mechanisch entsteht, beginnt die eigentliche Sanierung.
Warum die falsche Bürste mehr Schaden anrichtet als der Schmutz Der häufigste Fehler bei der Fugenreinigung ist zu hartes Schrubben. Eine Drahtbürste oder ein Scheuerschwamm mit Schleifpartikeln hinterlässt Kratzer auf Fliesen, Acryl und Edelstahl. Diese Kratzer sind nicht nur sichtbar, sie bieten auch neuen Schmutz und Bakterien eine Angriffsfläche. Besser geeignet sind Nylonbürsten mit mittleren Borsten oder Zahnbürsten. Für empfindliche Oberflächen wie Glas oder polierten Stein nimmt man einen weichen Schwamm. Ein weiterer Fehler ist, Reiniger lange einwirken zu lassen und dabei einzutrocknen. Eingetrocknete Natronpaste oder Essiglösung lässt sich nur schwer entfernen und kann Rückstände hinterlassen, die wie neuer Schmutz wirken.