Warum wird Brot im Kühlschrank hart und wie bleibt es länger frisch?

From BloomWiki
Jump to navigation Jump to search

Ein häufiger Fehler ist, den Sauerteig einfach nur umzurühren und weiter zu verwenden. Das verteilt die flüchtigen Säuren, entfernt sie aber nicht. Ebenso falsch ist es, den Ansatz mit Zucker oder Honig anzureichern, um die Hefen zu retten. Das fördert die falsche Gärung und verstärkt den Geruch. Auch das Abdecken mit einem luftdichten Deckel ist kontraproduktiv. Die flüchtigen Verbindungen müssen entweichen können, sonst sammeln sie sich wieder im Teig. Ein locker aufliegender Deckel oder ein Tuch reicht aus.

Der entscheidende Unterschied zwischen Baguette und Kastenbrot Baguette braucht eine längliche, gleichmäßige Spannung. Nach dem Rundwirken folgt das Langwirken. Teigling mit der Naht nach unten legen, flach drücken, dann von der oberen Kante her einrollen. Jede Rolle mit der Handwurzel leicht andrücken, damit die Schichten haften. Beim letzten Drittel den Teig mit beiden Händen nach außen ziehen, bis er die gewünschte Länge erreicht. Kastenbrot dagegen wird oft rund gewirkt und dann mit der Naht nach unten in die Form gesetzt. Der Fehler hier: Zu starkes Drücken. Kastenbrote brauchen weniger Spannung als Baguettes, sonst reißen sie an der Oberfläche auf.

Zunächst muss zwischen zwei Zuständen unterschieden werden. Ein leicht säuerlicher, an reifen Käse oder Joghurt erinnernder Geruch gehört zu einem gesunden Sauerteig. Stechend, spitz und chemisch wird es erst, wenn die Kultur mehrere Tage ohne Fütterung stand und sich Alkohol gebildet hat, den die Hefen nicht mehr abbauen konnten. Auch eine zu warme Umgebung über 30 Grad beschleunigt diesen Prozess. Wer den Ansatz dann noch mit heißem Wasser auffrischt, verschärft das Problem, weil die Stärke im Mehl schneller vergärt, als die Milchsäurebakterien gegensteuern können.

Für Hefeteige mit langer Gare ist die Entspannung nach dem Kneten nicht die gleiche wie die Stückgare. Nach dem Kneten folgt oft eine kurze Ruhe von 10 bis 20 Minuten, bevor der Teig geformt wird. Danach geht er noch einmal auf. Bei Sauerteigbroten kann die Autolyse vor dem Kneten die Ruhezeit danach verkürzen. Wer unsicher ist, testet mit dem Finger: Drückt man in den Teig und die Delle bleibt stehen, ist er entspannt genug. Springt die Delle zurück, braucht er noch Zeit.

Langwirken ohne Werkzeug ist keine Nostalgie, sondern eine Frage der Teigspannung. Wer Baguette oder Kastenbrot backt, steht vor demselben Problem: Der Teig muss eine straffe Oberfläche bekommen, damit er beim Backen nicht auseinanderläuft. Ohne Werkzeug fehlt der Anschlag, den eine Teigkarte oder ein Wirktuch bieten würde. Genau hier entsteht der häufigste Fehler: Zu viel Mehl auf der Arbeitsfläche. Mehl rutscht, der Teig gleitet weg, Spannung kann sich nicht aufbauen. Die Lösung ist ein minimal geölter oder leicht befeuchteter Untergrund.

Der erste Schritt ist das Rundwirken. Teigling auf die Fläche legen, mit der Handfläche leicht flach drücken. Dann die Finger der rechten Hand unter den hinteren Rand schieben und den Teig zu sich ziehen, während die linke Hand den vorderen Rand fixiert. Nicht reißen, sondern ziehen. Der Teig soll sich dehnen, nicht abreißen. Nach zwei bis drei Zügen eine Vierteldrehung, dann wiederholen. Das dauert pro Teigling etwa dreißig Sekunden. Wer zu schnell zieht, zerrt den Teig und zerstört das Glutennetz.

Brotkasten, Leinenbeutel oder Papiertüte – was passt wozu? Am besten lagert Brot bei etwa 15 bis 18 Grad, dunkel und mit etwas Luftzirkulation. Ein Brotkasten aus Holz oder Metall mit kleinen Lüftungsschlitzen ist dafür ideal. Wer keinen Kasten hat, nutzt einen Leinenbeutel: Das Material lässt Feuchtigkeit entweichen, hält die Kruste aber vor dem Austrocknen. Eine Papiertüte funktioniert ähnlich, ist aber weniger robust. Plastikfolie oder geschlossene Kunststoffdosen sind problematisch, weil sich darin Feuchtigkeit staut und Schimmel begünstigt wird.

Ein häufiger Fehler ist, verschiedene Brotsorten übereinander zu stapeln. Feuchtes Mischbrot gibt Feuchtigkeit an knusprige Sorten ab, die dadurch weich werden. Besser ist es, die Brote getrennt oder zumindest mit einem Tuch dazwischen zu lagern. Auch das Anschneiden spielt eine Rolle: Ein angeschnittenes Brot trocknet an der Schnittfläche aus. Wer die Schnittfläche mit der Krustenseite nach unten auf ein Holzbrett legt, schützt sie ein Stück weit.

Ein letzter Punkt betrifft die Teigruhe. Nach dem Langwirken braucht der Teigling eine kurze Entspannung, bevor er in den Ofen kommt. Bei Baguette reichen zehn bis fünfzehn Minuten, bei Kastenbrot etwas länger. Wer sofort backt, riskiert, dass die Spannung nachlässt und das Brot flach bleibt. Die Oberfläche sollte sich trocken anfühlen, aber nicht krustig sein. Ein leichtes Bestäuben mit Mehl vor dem Einschießen hilft, die Feuchtigkeit zu regulieren. Wer diese Schritte beachtet, braucht kein Werkzeug – nur Geduld und ein Gefühl für den Teig.

Rohe Möhren enthalten mehr freies Wasser als gekochte, weil beim Garen ein Teil der Flüssigkeit bereits aus den Zellen austritt und verdampft. Wer rohe Möhren in den Teig gibt, sollte mit etwa zehn bis fünfzehn Prozent mehr Flüssigkeit rechnen als im Rezept angegeben. Das bedeutet konkret: weniger Wasser oder Milch zugeben, nicht mehr Mehl. Mehl nachzuschütten macht den Teig trocken und fest. Besser ist es, die Flüssigkeitsmenge im Rezept um genau den Betrag zu reduzieren, den das Gemüse einbringt. Bei Kartoffeln ist es umgekehrt: Gekochte, abgekühlte Kartoffeln binden Wasser besser als rohe, weil die Stärke bereits gequollen ist.