Warum Ein Schnitt An Der Astwulst Schneller Heilt Als Glatt Am Stamm
Erste Warnsignale sind Stammdurchmesser jenseits von etwa 30 Zentimetern und Höhen über acht bis zehn Metern. In diesem Bereich lässt sich ein Fällschnitt mit der Motorsäge nicht mehr kontrolliert ausführen, weil die Fallrichtung kaum vorherzusagen ist. Hinzu kommt: Je größer der Baum, desto schwerer die Krone. Ein falsch gesetzter Schnitt kann dazu führen, dass der Stamm aufplatzt, zurückschlägt oder in eine Richtung kippt, die niemand eingeplant hat. Auch das Entfernen einzelner starker Äste wird gefährlich, wenn diese über Dächern, Leitungen oder Zufahrten hängen. Hier braucht es Seiltechnik, Absturzsicherung und jemanden, der die Lasten berechnen kann.
Am Ende entscheidet der Standort mit. Ein Apfelbaum an einem sonnigen, luftigen Platz wächst ausgeglichener als einer im Schatten, der zum Langtrieb neigt. Wer die Wasserschosser beobachtet, erkennt früh, ob der Baum zu stark wächst, und kann mit Schnitt, Düngung und Bewässerung gegensteuern. So bleiben die Triebe kein Ärgernis, sondern ein Werkzeug, um den Baum in Form zu bringen und den Ertrag zu sichern.
Zunächst wird der Strauch genau betrachtet. Man sucht die ältesten Triebe heraus. Erkennbar sind sie an der dunkelgrauen, rissigen Rinde und daran, dass sie kaum noch Seitentriebe mit Blütenansatz bilden. Von diesen alten Trieben werden etwa ein Drittel ausgewählt. Sie werden nicht irgendwo gekappt, sondern möglichst tief, dicht über dem Boden oder an einer jungen, zum Beitrag kräftigen Seitenverzweigung abgeschnitten. Ein schräger Schnitt direkt über einem nach außen zeigenden Auge fördert den Austrieb in die gewünschte Richtung. Die Schnittstelle sollte sauber und glatt sein, deshalb ist eine scharfe Baumschere oder Säge wichtig. Ausgefranste Wunden heilen schlecht und bieten Pilzen und Krankheitserregern eine Eintrittspforte.
Ein Profi erkennt man nicht daran, dass er eine größere Säge hat, sondern daran, energiesparendes Wohnen dass er vor dem ersten Schnitt den Baum beurteilt. Dazu gehören der Zustand des Holzes, mögliche Faulstellen, die Kronenform und die Frage, ob der Baum überhaupt gefällt werden muss. Oft reicht ein fachgerechter Rückschnitt, um Gefahren zu beseitigen, ohne den Baum zu opfern. Fachleute arbeiten mit Seilklettertechnik, Sicherungsseilen und Abseilgeräten. Sie sichern den Stamm, bevor sie ihn durchtrennen, und sie kennen die physikalischen Kräfte, die beim Fallen wirken. Das ist kein Hexenwerk, aber es erfordert Erfahrung und Ausrüstung, die in privaten Gärten selten vorhanden sind.
Auch der Zustand des Holzes entscheidet. Hohle Stämme, Fäulnis Pflanzen im Innenraum Wurzelbereich, Risse in der Rinde oder ein schief gewachsener Stamm machen die Fallrichtung unberechenbar. Ein Fachmann prüft mit Klangprobe, Zuwachsbohrer oder Sichtkontrolle, ob der Baum überhaupt noch standsicher ist. Ist die Standsicherheit bereits beeinträchtigt, darf niemand ohne Absicherung und ohne zweite Person am Boden arbeiten.
Bei einmal tragenden Sorten ist der Rückschnitt nach der Ernte entscheidend. Sobald die letzten Früchte gepflückt sind, werden alle abgetragenen Ruten bodennah entfernt. Junge, noch grüne Ruten bleiben stehen – sie tragen im nächsten Jahr. Ein häufiger Fehler ist, diese jungen Ruten zu kurz zu schneiden oder mit den alten zu verwechseln. Alte Ruten erkennt man an der braunen, oft rissigen Rinde; junge sind hell und glatt. Wer im Frühjahr schneidet, riskiert, dass die Knospen bereits austreiben und die Pflanze Kraft verliert.
Ein Baum, der über Jahre ungestört wächst, wird irgendwann zum Problem. Nicht weil er schön ist, sondern weil er groß ist. Ab einer gewissen Höhe und einem bestimmten Stammdurchmesser reichen Leiter, Handsäge und Mut nicht mehr aus. Wer dann selbst Hand anlegt, riskiert nicht nur Sachschäden, sondern auch seine Gesundheit. Die entscheidende Frage lautet also nicht, ob man einen Baum fällen oder stark zurückschneiden kann, sondern ob man es noch darf und ob man es sicher beherrscht.
Ein häufiger Fehler ist der Schnitt mitten durch die Wulst. Er entsteht, wenn der Sägeschnitt zu nah am Stamm angesetzt wird oder wenn nachgesägt wird, obwohl die Wulst schon erreicht ist. Ein zweiter Fehler ist das Stehenlassen eines langen Stummels. Der trocknet zurück, die Wulst kann ihn nicht überwallen, und Pilze dringen über das tote Holz in den Stamm ein. Richtig ist der Schnitt direkt an der Wulst, ohne sie zu verletzen. Bleibt ein kurzer Rest stehen, weil der Ast unter Spannung steht, wird dieser Rest später nachgeschnitten, sobald die Spannung nachgelassen hat.
Beim Schneiden gilt: keine Säge mit zu grober Zahnung verwenden, sonst franst die Rinde aus. Ein scharfes Blatt oder eine Bügelsäge mit feiner Zahnung reicht für Äste bis etwa armdick. Bei stärkeren Ästen wird zuerst von unten angesägt, dann von oben, bis der Ast fällt. Der Reststummel wird in einem Zug bis kurz vor die Wulst durchgesägt. Danach darf nicht mit dem Messer nachgeschnitten oder die Wunde mit Baumwachs verschmiert werden. Beides stört die natürliche Wundreaktion und kann Fäulnis fördern.
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