Wann Grundierung vor dem Tapezieren nötig ist und was sonst schiefgeht
Gipskarton und Hohlräume: Hier zählt die Fläche, nicht die Tiefe Gipskartonplatten und Hohlraumwände bestehen aus dünnem Material vor einem Hohlraum. Ein normaler Spreizdübel findet dort keinen Widerstand. Stattdessen braucht es einen Hohlraumdübel, der sich hinter der Platte aufspreizt oder -klappt. Diese Dübel verteilen die Last auf eine größere Fläche, ähnlich wie ein Kippdübel oder ein Federklappdübel. Wichtig: Nie in die Platte selbst schrauben, ohne die Last zu verteilen. Ein einfacher Metallhaken hält in Gipskarton nur wenige Kilogramm. Für schwere Lasten wie einen Hängeschrank müssen die Schrauben in die dahinterliegende Wand oder in eine Tragschiene aus Holz oder Metall gesetzt werden. Wer das ignoriert, riskiert, dass der Dübel samt Schrank aus der Wand reißt.
Die Entscheidung hängt also nicht vom Preis oder vom Vorrat im Regal ab, sondern vom Untergrund, der Bewegung und der späteren Oberflächenbehandlung. Acryl ist für starre, überstreichbare Innenfugen. Silikon ist für flexible, wasserfeste und nicht überstreichbare Fugen. Wer diese Trennung einhält, vermeidet Risse, Schimmel und abblätternde Farbe – und muss die Fuge nicht nach einem Jahr wieder herausreißen.
Warum eine Versiegelung mehr bringt als ständiges Schrubben Wer die Fugen nur putzt, kämpft gegen die Ursache: Zement ist porös und nimmt gelösten Schmutz auf. Deshalb ist eine Imprägnierung der eigentliche Schlüssel. Nach dem Trocknen trägt man eine farblose, wasserabweisende Versiegelung mit einem kleinen Pinsel oder Schwamm auf, lässt sie einziehen und entfernt Überschüsse, bevor sie antrocknen. Die Fuge bleibt atmungsaktiv, Wasser und Öl perlen ab, und die nächste Reinigung dauert nur noch einen Bruchteil der Zeit. Bei stark saugenden Fugen ist ein zweiter Auftrag sinnvoll, aber erst nach vollständiger Trocknung des ersten.
Für jede Wand gibt es eine passende Lösung. Wer sich unsicher ist, testet mit einer kleinen Schraube und wenig Gewicht. Hält sie, kann die Last erhöht werden. Hält sie nicht, ist der Dübel falsch oder das Loch zu groß. Im Zweifel lieber eine Nummer größer wählen und die Tragkraft des Dügels nicht ausreizen. Ein Blick auf die Verpackung verrät, für welchen Untergrund der Dübel geeignet ist. Wer diese Angaben ignoriert, spart am falschen Ende und zahlt später mit Reparaturen.
Vollziegel, Kalksandstein und Beton gehören zu den massiven Baustoffen. Hier hält ein Spreizdübel, der sich beim Eindrehen der Schraube im Loch aufweitet und sich gegen die Wand presst. Entscheidend ist der richtige Bohrerdurchmesser: Ein 8-mm-Dübel braucht ein 8-mm-Loch, nicht 7 und nicht 9. Ein zu großes Loch lässt den Dübel durchrutschen, ein zu kleines verhindert das vollständige Eindrehen und kann den Stein sprengen. Beim Bohren ohne Schlag arbeiten, sonst franst das Loch aus. In weichem Vollziegel reichen meist Kunststoffdübel, in Beton sind längere Dübel mit Metallkern oder Injektionsanker nötig.
Vor dem Verfugen muss der Untergrund trocken, staubfrei und fettfrei sein. Silikon haftet nicht auf feuchten oder verschmutzten Flächen. Ein häufiger Fehler ist, zu viel Dichtstoff aufzutragen und dann mit dem Finger abzuziehen. Besser ist ein Fugenglätter oder ein angefeuchtetes Spachtelwerkzeug. Acryl lässt sich mit einem feuchten Schwamm glätten, Silikon nur mit Silikonentferner oder Spülmittelwasser, weil es sonst schmiert. Nach dem Aushärten – Acryl je nach Schichtdicke mehrere Stunden bis Tage, Silikon etwa 24 Stunden – darf Acryl überstrichen werden, Silikon nicht.
Ein häufiger Fehler ist die falsche Lochgröße durch einen abgenutzten Bohrer. Ein stumpfer Bohrer macht das Loch größer als angegeben, der Dübel sitzt locker. Ebenso problematisch: das Loch nicht tief genug bohren. Der Dübel muss vollständig im Loch verschwinden, sonst steht er heraus und die Schraube greift nicht. Vor dem Einsetzen des Dübels das Loch von Bohrstaub befreien. Staub wirkt wie Schmierstoff und reduziert die Reibung. Bei Hohlraumdübeln die Schraube nicht zu fest anziehen, sonst bricht die Aufspreizung ab oder die Platte reißt aus.
Vor dem Kleben den Spiegel probeweise anhalten und mit Bleistift oder Kreppband die Position markieren. Die Markierung sollte an der Unterkante liegen, damit der Spiegel nicht verrutscht, während der Kleber anzieht. Bei rahmenlosen Spiegeln vorher eine dünne Schicht Kleber auf der Rückseite in Punkten auftragen, nicht als geschlossene Fläche – so kann Feuchtigkeit entweichen, und der Spiegel bleibt später leichter wieder abnehmbar. Abstandshalter aus Kunststoff oder dünne Korkplättchen zwischen Spiegel und Fliese halten die Klebeschicht gleichmäßig dick und verhindern, dass Kleber an den Rändern herausquillt.
Zuerst muss die Fuge sauber und trocken sein. Lose Partikel lassen sich mit einer Fugenbürste oder einer alten Zahnbürste entfernen, tief sitzender Schmutz mit einem Kunststoffschaber. Auf keinen Fall darf man mit einer Drahtbürste oder einem Metallwerkzeug in die Fuge gehen, denn das reißt die Oberfläche auf und schafft neue Angriffspunkte für Schmutz. Fettige Rückstände, etwa in der Küche, löst man mit einem Entfetter, kalkhaltige Beläge mit einer schwachen Säure. Nach dem Reinigen muss die Fuge vollständig trocknen, sonst hält keine nachträgliche Behandlung.