Verjüngungsschnitt: radikaler Kahlschlag oder ein Drittel pro Jahr?

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Die einfachste Maßnahme ist das rechtzeitige Ausbrechen im Mai oder Juni, solange die Triebe noch weich und grün sind. Sie lassen sich mit einem kräftigen Ruck nach unten oder zur Seite von der Basis lösen. Die entstehende Wunde ist klein und heilt schneller als eine Schnittwunde. Bei älteren, bereits verholzten Wasserschossern wird dicht am Stamm mit scharfer Schere geschnitten, ohne den Astring zu verletzen. Wichtig ist, nicht zu viele auf einmal zu entfernen, damit der Baum nicht erneut stark reagiert und noch mehr solcher Triebe bildet.

Treten sie gehäuft auf, ist das meist kein Zeichen von Krankheit, sondern eine Reaktion auf Eingriffe oder Stress. Ein zu starker Rückschnitt entfernt viele Knospen und Blätter, die den Saftstrom verbrauchen würden. Der Baum leitet die überschüssige Energie in die nächstbesten schlafenden Augen und treibt dort kräftig aus. Auch einseitige Düngung mit viel Stickstoff oder ein verdichteter, nasser Boden können das Wachstum solcher Triebe begünstigen.

Pflaumen und Zwetschgen tragen am einjährigen Holz. Wer im Winter oder zeitigen Frühjahr zu gründlich auslichtet, entfernt genau die Triebe, an denen sich im Folgejahr die Blütenknospen bilden. Ein starker Rückschnitt liefert zwar viel Licht ins Kroneninnere, kostet aber die halbe Ernte. Wer die Kronen trotzdem lichten will, muss zwischen Wuchs- und Fruchtholz unterscheiden und den Eingriff über zwei bis drei Jahre strecken.

Entfernen, was Schatten wirft, aber nicht alles auf einmal Ausgelichtet wird ab dem späten Winter bis zum Austrieb. In einem Durchgang entfernt man höchstens ein Drittel der zu dünn stehenden Triebe. Ein zu großer Eingriff provoziert bei Pflaume und Zwetschge oft Wassertriebe, die senkrecht nach oben schießen und Pflanzen im Innenraum nächsten Jahr wieder Schatten werfen. Solche senkrechten Schosser schneidet man nicht bodeneben, sondern auf einen flach stehenden Seitenast ab, damit der Saftstrom gebremst wird. Äste mit mehr als drei Zentimeter Durchmesser werden in zwei Schritten gesägt: erst von unten, dann von oben, um ein Einreißen der Rinde zu verhindern.

Alte Sträucher verlieren mit den Jahren ihre Blühfreudigkeit. Die Triebe werden immer zahlreicher, immer dünner und immer kürzer. Wer dann zur Säge greift und alles auf den Stock setzt, riskiert viel: Manche Gehölze treiben nach einem radikalen Rückschnitt nur kümmerlich wieder aus, andere sterben ganz ab. Der schonende Weg sieht vor, über mehrere Jahre hinweg jeweils ein Drittel der ältesten Triebe zu entfernen. So bleibt der Strauch in Form, ohne dass er einen Schock erleidet.

Beim Formschnitt gilt: nicht in einem Zug durchraten. Wer zu tief ansetzt, entfernt mehr Blattmasse als nötig, und der Kirschlorbeer treibt an unerwünschten Stellen neu aus. Besser ist es, den Strauch von unten nach oben zu bearbeiten, zuerst die schwachen und überkreuzten Triebe, dann die Außenkontur. Lange Äste werden in zwei Schritten gekürzt: erst ein Stück über der endgültigen Stelle, dann der Feinschnitt. So knickt der Ast nicht ab und die Rinde reißt nicht ein.

If you loved this write-up and you would like to receive extra details pertaining to Webseite kindly take a look at our own web site. Beim Auslichten bleibt die Kronenmitte offen, aber nicht leer. Ein paar junge Triebe im Inneren dienen als Ersatz für altes Fruchtholz und sichern die Ernte der nächsten Jahre. Wer den Baum komplett entblößt, erntet im ersten Jahr nach dem Schnitt kaum noch etwas und zwingt den Baum zu vegetativem Wachstum. Schnittwunden über zwei Zentimeter werden mit Wundverschluss behandelt, kleinere Wunden heilen ohne Hilfe. Werkzeug wird vor jedem Baum desinfiziert, sonst wandern Pilzerkrankungen von einer Krone zur nächsten.

Viele Hobbygärtner schneiden Wasserschosse im Winter komplett weg. Das ist der häufigste Fehler. Wer alle auf einmal entfernt, provoziert Beleuchtung im Wohnzimmer Folgejahr noch mehr und noch längere Triebe. Der Baum reagiert auf den starken Eingriff mit verstärktem Austrieb an derselben Stelle. Besser ist es, Wasserschosse über zwei bis drei Jahre hinweg zu reduzieren.

Ein Messer wirkt auf den ersten Blick praktisch: Es liegt gut in der Hand, ist schnell gezückt und macht optisch einen sauberen Eindruck. Beim Kirschlorbeer täuscht dieser Eindruck. Die Blätter sind ledrig, fest und von einer Wachsschicht überzogen. Ein Messer quetscht und reißt das Gewebe eher, als es zu trennen. Die Schnittstelle franst aus, wird braun und bietet Pilzen und Bakterien eine offene Eintrittspforte. Eine scharfe Handschere arbeitet dagegen mit zwei Klingen, die das Blatt- und Holzgewebe einklemmen und durchtrennen. Das Ergebnis ist eine glatte Wunde, die der Strauch schnell verschließen kann.

Viele Stauden blühen nur einmal im Jahr, natürliche düfte andere ein zweites Mal, wenn man rechtzeitig eingreift. Der häufigste Fehler ist der Rundumschlag: alles abschneiden, sobald die Blüten braun werden. Das kostet nicht nur den zweiten Flor, sondern oft auch Winterhärte, weil die Pflanze vor dem Frost keine Reserven mehr aufbauen kann. Wer stattdessen gezielt vorgeht, behält den ganzen Garten länger in Blüte.