4 Schritte, mit denen Mieter ihre Innentüren streichen und Streit vermeiden
Zuerst klären, was der Mietvertrag erlaubt. Viele Verträge verbieten fest verklebte Beläge, erlauben aber schwimmend verlegte. Ein Blick in die Vereinbarung spart später Diskussionen. Ebenso wichtig: der Zustand des vorhandenen Bodens. Liegt bereits Teppichboden, kann dieser oft als Unterlage dienen, sofern er fest und trocken ist. Ist der alte Belag dagegen lose oder wellig, muss er raus, sonst brechen die Klickverbindungen.
Ein typischer Fehler ist das sogenannte „Vielleicht"-Regal. Dinge, bei denen man sich nicht entscheiden kann, werden dort zwischengelagert und bleiben oft jahrelang liegen. Besser ist es, eine Frist zu setzen: Was nach drei Monaten nicht benutzt wurde, kommt weg. Ebenso problematisch ist der Kauf von Aufbewahrungsboxen vor dem Aussortieren. Wer zuerst Behälter besorgt, schafft neuen Platz für Dinge, die eigentlich gehen sollten. Erst ausmisten, dann den verbleibenden Bestand ordentlich unterbringen.
Innentüren in einer Mietwohnung zu streichen ist selten eine reine Geschmacksfrage. Wer auszieht, muss den ursprünglichen Zustand meist wiederherstellen. Deshalb steht am Anfang nicht die Farbwahl, sondern die Frage: Was lässt sich rückstandslos entfernen, und was nicht? Wer das vor dem ersten Pinselstrich klärt, spart sich später Ärger mit der Verwaltung.
Als Material eignet sich neutral vernetzendes Sanitärsilikon mit einem Zusatz gegen Pilzbefall. Dieser Schutz hält nicht ewig, verlängert aber die schimmelfreie Zeit deutlich. Essigvernetzendes Silikon ist im Nassbereich ungeeignet, weil es empfindlicher auf Reinigungsmittel reagiert. Beim Erneuern die alte Fuge restlos entfernen, die Ränder mit Alkohol entfetten und mindestens 24 Stunden aushärten lassen, bevor die erste Dusche folgt.
Ein Bodenbelag für Bad und Küche muss zwei Dinge gleichzeitig leisten: ständiger Feuchtigkeit widerstehen und täglicher mechanischer Belastung standhalten. Feuchtigkeit allein sagt wenig aus, denn Wasser perlt auf fast jedem Belag ab. Entscheidend ist, was passiert, wenn Wasser über Stunden oder Tage in Fugen, Kanten und Stoßstellen eindringt. Genau dort entscheidet sich, ob der Belag nach zwei Jahren noch trägt oder ob sich Schimmel im Unterbau bildet.
Zuerst wird der Zustand der Türen dokumentiert. Fotos von beiden Seiten, von Kanten, Beschlägen und eventuellen Kratzern gehören in eine Akte. Danach folgt die schriftliche Anfrage bei der Hausverwaltung. Viele Verträge erlauben das Streichen, solange die Tür nach dem Auszug wieder in einem neutralen Ton gestrichen wird. Wer ohne Rückfrage lackiert, riskiert, dass die Kaution einbehalten wird. Auch der Denkmalschutz oder eine Eigentümergemeinschaft können Vorgaben machen.
Bei breiteren Ritzen, etwa an alten Holzfestern, reicht Klebeband oft nicht aus. Hier hilft dauerelastische Dichtungsmasse aus der Kartusche. Spritze sie in die Ritze und streiche sie mit einem Spachtel glatt. Überschüssiges Material sofort entfernen, solange es noch weich ist. Wichtig: Die Ritze muss trocken und staubfrei sein, sonst haftet die Masse nicht. Verwende keine Acryl-Fugenmasse für Bereiche, die stark bewegt werden – sie wird spröde und reißt. Silikon oder Hybriddichtstoff bleibt elastisch und hält länger.
Der erste konkrete Test ist der Wasseraufnahmetest am Muster. Ein Reststück des Belags wird gewogen, für 24 Stunden vollständig in Wasser gelegt und erneut gewogen. Nimmt das Material mehr als etwa zwei Prozent seines Gewichts auf, ist es für Nassbereiche ungeeignet. Das betrifft viele Holzarten, aber auch bestimmte Verbundwerkstoffe, die an der Oberfläche dicht wirken und an den Schnittkanten aufquellen. Ein Blick allein auf die Dekorschicht reicht nicht, weil die offene Kante später im Raum liegt.
Die Rutschhemmung wird oft unterschätzt. Nass und mit Fettfilm ist jeder glatte Belag gefährlich. Es genügt nicht, den Belag trocken zu bewerten. Ein einfacher Vergleich: eine geneigte Probe mit Wasser besprühen und mit einem Schuh profilieren. Wer kaum Halt spürt, sollte diesen Belag nicht in Bad oder Küche verlegen. Besonders vor Dusche, Spüle und Herd ist die Rutschklasse wichtiger als die Optik.
Die Materialwahl entscheidet über Aufwand und Haltbarkeit. Türen aus Massivholz brauchen einen anderen Anstrich als furnierte oder folierte Flächen. Bei Kunststoff- und Folientüren hält Farbe nur mit spezieller Haftgrundierung. Acryllack auf Wasserbasis trocknet schnell, riecht wenig und lässt sich gut verarbeiten. Alkydharzlack deckt besser, braucht aber länger und belastet die Raumluft. Für Mietwohnungen ist entscheidend, dass sich der Anstrich später wieder überstreichen lässt, ohne dass die alte Schicht abblättert.
Der Unterbau wird beim Kauf fast immer vergessen. Ein dichtes Material auf einem saugfähigen, nicht grundierten Untergrund führt zu Spannungen, Rissen und Hohlräumen. Vor dem Verlegen ist zu prüfen, ob der Estrich trocken, eben und tragfähig ist. Eine Feuchtigkeitsmessung mit einem geeigneten Messgerät gehört dazu, nicht nur die Sichtprüfung. Bewegungsfugen müssen an den Wänden und an Übergängen eingehalten werden, sonst entstehen später Schäden, die sich nicht nachbessern lassen.