4 Kriterien, wann ein Ast gespannt statt gesägt wird

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Der erste Blick gilt dem Trieb unterhalb der Blüte. Verfolgt man ihn nach unten, stößt man auf die Blattachseln. Dort sitzen kleine, oft rötlich gefärbte Knospen, die schlafenden Augen. Genau über einem kräftigen, nach außen weisenden Auge setzt man die Schere an. Nach außen heißt: in Richtung der vom Stamm abgewandten Seite, dorthin, wo später der neue Trieb Platz hat und nicht ins Innere des Busches wächst. Ein nach innen zeigendes Auge führt zu Trieben, die sich gegenseitig bedrängen, Licht wegnehmen und Pilzkrankheiten begünstigen.
Nach dem Eingriff braucht die Pflanze Unterstützung. Dünge nicht sofort mit Stickstoff, sondern warte, bis die ersten neuen Triebe sichtbar sind. Ein mulchiger Boden und gleichmäßige Feuchtigkeit fördern die Regeneration mehr als jede Düngergabe. Kontrolliere im ersten Sommer regelmäßig auf Pilzbefall an den Schnittstellen und entferne kranke Triebe sofort. Der Neuaustrieb erscheint oft erst nach Wochen – vorzeitiges Nachschneiden zerstört die schlafenden Augen und damit die letzte Chance auf einen Neuanfang.

If you adored this short article and you would certainly like to receive more facts pertaining to Http://flughafentransfer-Goeppingen.gmbh/ kindly go to the web-page. Der wichtigste Grund für den frühen Termin liegt im Wundverschluss. Kirschen bilden kein echtes Wundgewebe wie viele andere Obstbäume; sie schließen Schnittstellen nur über einen harzigen Film. Dieser Film braucht Wärme, um auszuhärten. Bei kühlen Temperaturen bleibt die Wunde offen, Gummifluss setzt ein, und Pilze wie der Kirschenkrebs haben leichtes Spiel. Ein Schnitt direkt nach der Ernte gibt dem Baum vier bis sechs warme Wochen, https://Verbina-Glucharkina.Ru/user/MauricioGosselin/ um die Schnittstellen zu versiegeln.

Wann Spannung im Holz gefährlich wird Spannung entsteht, wenn ein Ast durch sein Eigengewicht, durch Wind oder durch eine ungünstige Wuchsrichtung dauerhaft gezogen oder gedrückt wird. Ein nach unten hängender Ast steht auf der Oberseite unter Zug und auf der Unterseite unter Druck. Ein steil nach oben wachsender Ast verhält sich umgekehrt. Sichtbare Zeichen sind ein leicht gekrümmter Verlauf, eine eingesunkene Rinde an der Astbasis oder ein Riss im Splintholz. Wer unsicher ist, hält eine Hand an den Ast und lässt ihn leicht anheben. Spürbarer Widerstand oder ein Knacken zeigen Spannung an.

Ein Heckenschnitt in Trapezform ist keine Frage des Geschmacks, sondern eine Frage des Lichts. Wird eine Hecke oben genauso breit oder breiter als unten geschnitten, fällt auf die unteren Triebe kaum noch direktes Sonnenlicht. Die Folge: unten verkahlt die Hecke, oben wächst sie weiter, und nach einigen Jahren steht eine grüne Wand mit brauner Basis. Wer unten breiter als oben schneidet, hält die unteren Partien im Licht und damit vital.

Ob ein Strauch sich erholt, zeigt sich nicht sofort. Manche Arten treiben innerhalb weniger Wochen aus den Stümpfen aus, andere benötigen bis zum nächsten Frühjahr. Zu den zuverlässigsten gehören Hartriegel, Weigelie, Forsythie und Sommerflieder. Empfindlicher reagieren Zierahorn, Magnolie und immergrüne Arten. Bei ihnen ist nach einem radikalen Schnitt oft nur ein Teilerfolg zu erwarten. Ein Blick auf die Wurzeln lohnt sich: Sind sie fest im Boden und nicht mulmig-weich, besteht eine gute Chance. Geduld und ein zurückhaltender Umgang mit Wasser und Nährstoffen sind die eigentliche Pflege nach einem Verschnitt.

Die Schnittführung selbst ist einfach, aber sie muss sitzen. Setze die Säge einige Zentimeter über dem Boden oder über einer kräftigen Astgabel an, niemals bündig mit dem Stamm. Ein zu tiefer Schnitt verletzt den Astring und öffnet Pilzen die Tür. Ein zu hoher Stummel fault zurück und stirbt ab, bevor er austreibt. Arbeite mit scharfem Werkzeug, säge bei dickeren Ästen zuerst von unten an, damit die Rinde nicht einreißt. Bei mehreren Stämmen lässt man den kräftigsten stehen und kürzt ihn auf etwa 30 bis 50 Zentimeter – das beschleunigt den Neuaustrieb.

Diese Gehölze treiben zuverlässig aus dem Stock neu durch Robust gegenüber einem solchen Eingriff sind vor allem Laubgehölze mit starker Regenerationskraft: Hasel, Weide, Hartriegel, Holunder, Forsythie, Liguster, Feldahorn und Hainbuche. Auch Eibe, Stechpalme und Buchs verzeihen einen Rückschnitt bis ins alte Holz, sofern sie gesund sind. Bei Ziersträuchern wie Spiere, Kerrie oder Potentille ist das Risiko gering, solange der Schnitt im Spätwinter erfolgt. Empfindlich reagieren dagegen Kiefer, Fichte, Tanne, Wacholder, Zypresse und die meisten Zierkirschen und -pflaumen. Sie treiben aus altem Holz nicht mehr aus und bleiben nach einem Radikalschnitt dauerhaft kahl.

Ein Radikalschnitt auf den Stock – also das Zurücksetzen bis auf wenige Zentimeter über dem Boden – ist keine Pflegemaßnahme, sondern eine Notlösung. Sie funktioniert nur bei Gehölzen, die von Natur aus aus dem Wurzelstock oder aus schlafenden Augen am alten Holz wieder austreiben. Wer einen Nadelbaum oder einen Großstrauch ohne dieses Vermögen bis auf den Stock setzt, lässt eine Lücke, die nie wieder zuwächst.

Der richtige Zeitpunkt entscheidet über den Erfolg. Schneide laubabwerfende Gehölze zwischen Ende Januar und Anfang März, bevor der Austrieb beginnt. Ein Schnitt im Herbst oder während des Austriebs schwächt die Pflanze, weil sie dann Reservestoffe verliert oder junge Triebe erfriert. Immergrüne wie Eibe oder Buchs setzt man besser erst nach dem letzten Frost zurück, also etwa ab Mitte März. Bei blühenden Sträuchern, die am zweijährigen Holz blühen, kostet ein Rückschnitt die Blüte des kommenden Jahres – das ist kein Fehler, sondern eine bewusste Entscheidung.