Wenn die Raumluft drückt, schafft Lehm ein besseres Klima
Nach der Montage prüft man, ob der Griff in beide Richtungen gleichmäßig sitzt. Steht er ab oder wackelt, liegt es meist an einem zu großen Loch oder an einer Unterlegscheibe, die fehlt. Hier hilft eine dünne Beilagscheibe aus Kunststoff oder Metall. Wer alle Griffe auf einmal austauscht, sollte die alten Schrauben aufbewahren – oft sind sie stabiler als die mitgelieferten. Ein häufiger Fehler ist es, die neuen Griffe zu fest anzuziehen. Das Holz gibt nach und der Griff verliert seinen Halt.
Die wirksamste einzelne Maßnahme ist ein Teppich mit dichtem Flor. Er sollte mindestens zwei Quadratmeter groß sein und zwischen Sitzgruppe und Lautsprechern liegen. Dünne Läufer oder Baumwollteppiche mit flachem Gewebe bringen kaum etwas, weil sie den Schall fast ungehindert durchlassen. Wer bereits einen Teppich besitzt, kann testen, ob eine zusätzliche Filzunterlage den Klang beruhigt. Diese wenig und lässt sich ohne handwerkliche Arbeit verlegen.
Wie der Lehmputz richtig aufgebaut wird Ein Lehmputz entsteht in zwei bis drei Lagen. Die erste Lage, der Grundputz, wird mit einem Verhältnis von etwa drei Teilen Sand zu einem Teil Lehm angemischt. Diese Mischung ist mager und schwindet wenig. Nach dem Antrocknen folgt der Oberputz mit mehr Lehmanteil, feinerem Sand und gegebenenfalls Stroh für die Armierung. Jede Lage wird angefeuchtet, bevor die nächste kommt. Wer zu nass arbeitet, riskiert Schwundrisse; wer zu trocken arbeitet, bekommt keine Haftung. Entscheidend ist außerdem, den Putz nicht in der prallen Sonne oder bei Zugluft trocknen zu lassen. Langsames Trocknen verhindert Spannungen.
Bevor die erste Schmirgelscheibe rotiert, muss die Küche leer sein. Ausbauschränke aushängen, Arbeitsplatte abdecken, Steckdosen und Armaturen mit Kreppband schützen. Türen und Schubladenfronten abschrauben und nummerieren, damit sie später wieder an derselben Stelle sitzen. Nur die Fronten aufarbeiten, die noch stabil sind: aufgequollene Spanplatten, gebrochene Ecken oder abgeplatzte Kanten lassen sich mit Schleifen nicht retten. Bei lackierten Flächen reicht meist ein Anschliff, bei geöltem oder gewachstem Holz muss die alte Schicht komplett herunter.
Neue Griffe sind der sichtbarste Teil der Auffrischung, und sie müssen zum vorhandenen Bohrmuster passen. Alte Löcher nicht einfach zuspachteln und daneben neu bohren – das hält selten und sieht nach dem Lackieren wie ein Flicken aus. Besser den gleichen Lochabstand wählen oder, wenn ein anderer Abstand gewünscht ist, die alten Löcher mit Holzleim und passenden Dübeln verschließen, bündig absägen und planschleifen. Beim Bohren der neuen Löcher einen Anschlagwinkel oder eine Schablone nutzen, damit alle Griffe auf gleicher Höhe sitzen. Von der Sichtseite bohren, damit Ausrisse auf der Rückseite liegen.
Der wichtigste Schritt ist das Schleifen, und hier passieren die meisten Fehler. Mit Körnung 120 beginnen, nicht mit 40 – grobe Körnung reißt Furnier auf und hinterlässt tiefe Riefen. Danach mit 180 und zum Schluss mit 240 nacharbeiten, immer mit der Maserung, nie quer. Bei Profilen und Kanten von Hand mit einem Schleifklotz arbeiten, sonst werden Rundungen flachgeschliffen. Zwischen den Gängen Staub absaugen, denn Restkorn zerkratzt die frische Oberfläche. Wer zu lange an einer Stelle schleift, erzeugt Dellen, die erst nach dem Beizen sichtbar werden.
Für die Oberfläche gibt es mehrere Möglichkeiten. Ein Lehmputz kann mit einer Lehmfarbe gestrichen werden, die diffusionsoffen bleibt. Kalk- oder Silikatfarben sind ebenfalls geeignet, solange sie nicht versiegeln. Reine Dispersionsfarben oder Latexanstriche sind falsch, weil sie die Feuchtigkeitsaufnahme blockieren. Wer tapeziert, sollte zu Kleister auf Basis von Methylcellulose greifen und keine wasserdichten Kleber verwenden. Ein häufiger Fehler ist auch, den Lehmputz zu schleifen, um eine glatte Optik zu erhalten. Dabei wird die oberste, besonders aufnahmefähige Schicht zerstört.
Wer diese Reihenfolge einhält, bekommt Fronten, die nicht neu aussehen müssen, sondern einfach wieder ordentlich. Der Aufwand liegt selten im Material, sondern in der Sorgfalt beim Schleifen und in der Geduld beim Trocknen.
Für Fliesen, Holzpaneele oder Sichtbeton gibt es passende Rahmen, die bündig mit der Oberfläche abschließen. Bei Fliesen sollte die Dose mittig in einer Fliese sitzen, nicht auf der Fuge. Schneiden Sie das Loch vor dem Verlegen, dann bleibt der Rand sauber. Bei Holz lässt sich die Dose in einer Bohrung versenken, sodass nur der Rahmen aufliegt. Wer auf Putz arbeitet, kann Leitungen in Kabelkanälen führen, die farblich an die Wand angepasst sind – sichtbar, aber geordnet.
Zwischen Schleifen und Beizen liegt die häufigste Fehlerquelle: zu wenig Trocknungszeit. Beize braucht je nach Produkt mehrere Stunden, Öl oder Lack entsprechend länger. Wer zu früh weiterarbeitet, verschmiert die Oberfläche und muss von vorn beginnen. Auch die Reihenfolge ist wichtig: erst beizen, dann versiegeln, dann Griffe montieren. Griffe vor dem Finish anzubringen bedeutet, dass man um sie herum arbeitet und die Schrauben später mit Farbe zukleistert. Nach dem Trocknen die Fronten wieder einhängen, Scharniere nachjustieren und prüfen, ob alle Türen gleichmäßig schließen.