Spreewald im Frühling: falsche Kleidung verdirbt jede Kahnfahrt

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Der Spreewald im Frühling ist ein besonderes Erlebnis: Die Wiesen stehen unter Wasser, die Erlen und Eichen treiben aus, und auf den Fließen ist man oft stundenlang mit dem Kahn unterwegs. Genau diese Mischung aus Wasser, Wind und wechselhaften Temperaturen macht die Kleiderwahl schwieriger, als es auf den ersten Blick scheint. Wer nur nach der Wettervorhersage für Cottbus oder Lübben packt, liegt oft daneben, denn im verzweigten Fließsystem ist es kühler und feuchter als in der offenen Landschaft.

Wer zu Fuß unterwegs ist, sollte außerdem an Insektenschutz denken. Ab Mitte April werden die ersten Mücken in den feuchten Auwäldern aktiv, und lange Hosen schützen nicht nur vor Stechmücken, sondern auch vor Zecken und Brennnesseln am Wegesrand. Helle Kleidung ist hier von Vorteil, weil Zecken darauf besser zu erkennen sind. Für längere Radtouren entlang der Gurkenradweg-Abschnitte empfiehlt sich eine Regenhose, die sich schnell überziehen lässt, ohne dass man absteigen muss.

Vom Bahnhof in Lübbenau oder Lübben kommst du mit dem Fahrrad am besten weiter. Mieträder gibt es in den größeren Orten, aber nicht in jedem Dorf. Reserviere rechtzeitig, besonders an Wochenenden und in den Ferien. Ein typischer Fehler: sich auf ein Leihrad ohne Gepäckträger verlassen. Für Tagestouren mit Rucksack oder Einkäufen ist ein Rad mit Körben oder Taschen sinnvoller. Wer unsicher auf dem Rad ist, sollte die schmalen Wege entlang der Fließe meiden und auf die breiteren Wirtschaftswege ausweichen.

Welche Route passt: Asphalt oder Holzw

Für die Praxis genügt eine einfache Methode: Suchen Sie sich eine feste Stelle am Ufer, am besten mit einem Markierungsstein oder einem Pfahl. Schauen Sie zweimal pro Woche zur gleichen Tageszeit hin und notieren Sie, ob das Wasser steigt, fällt oder gleich bleibt. Achten Sie zusätzlich auf die Farbe und die Bewegung. Wenn der Pegel über mindestens zehn Tage hoch bleibt, das Wasser trüb ist und die Uferwiesen flächig überflutet sind, dann ist der Frühling im Spreewald da – unabhängig davon, was der Kalender sagt.

Der entscheidende Fehler, der alles verdirbt, ist das Sammeln ohne sichere Bestimmung. Im Spreewald wachsen essbare Klassiker wie Bärlauch, Giersch, Brennnessel oder Löwenzahn – aber auch giftige Doppelgänger. Der wichtigste: das Maiglöckchen, dessen Blätter jung dem Bärlauch zum Verwechseln ähnlich sehen. Ein sicheres Merkmal ist der Geruch: Bärlauch riecht deutlich nach Knoblauch, Maiglöckchen nicht. Reiben Sie ein Blatt zwischen den Fingern, bevor Sie es in den Korb legen. Wer unsicher ist, lässt die Pflanze stehen. Es gibt keine zweite Chance, wenn die Verwechslung erst im Essen auffällt.

Die wichtigste Regel lautet: Zwiebelprinzip. Eine leichte Funktions- oder Merinounterwäsche direkt auf der Haut, darüber ein langärmeliges Shirt oder ein dünner Pullover und ganz außen eine wind- und wasserabweisende Jacke. Diese Kombination lässt sich an Land ausziehen und auf dem Wasser wieder anziehen, ohne dass man ins Schwitzen kommt oder friert. Baumwolle direkt auf der Haut ist ein typischer Fehler: Sie speichert Feuchtigkeit, trocknet langsam und kühlt den Körper genau dann aus, wenn der Fahrtwind einsetzt.

Eine Kahnfahrt im frühen Herbst lebt von einem einzigen Moment: dem Augenblick, in dem der Nebel noch dicht über dem Wasser steht und die Ufer nur als weiche Konturen erkennbar sind. Wer diesen Moment erleben will, muss früh aufstehen, nicht weil es romantisch klingt, sondern weil die Physik keine Ausnahme macht. Bodennebel bildet sich in klaren Nächten, wenn sich die Luft über dem Wasser stärker abkühlt als die Umgebung. Zwischen etwa einer Stunde vor Sonnenaufgang und zwei Stunden danach liegt er am tiefsten und gleichmäßigsten. Danach hebt ihn die Sonne innerhalb weniger Minuten an, und übrig bleibt ein gewöhnlicher Morgen.

Für die Hände sind dünne Handschuhe ratsam, besonders bei frühen Fahrten am Morgen. Gleichzeitig braucht man eine Sonnenbrille und einen leichten Sonnenschutz für Gesicht und Nacken: Die Frühlingssonne wird auf dem Wasser reflektiert und ist intensiver, als man denkt. Ein weiterer häufiger Fehler ist die Annahme, dass es im Kahn trocken bleibt. Spritzwasser, Ruderwasser und gelegentlicher Nieselregen gehören dazu, deshalb sollte der Rucksack einen Regenschutz haben und Elektronik in einer wasserdichten Hülle stecken.

Was an den Füßen und am Kopf entscheidet Für die Füße eignen sich wasserdichte, knöchelhohe Schuhe mit profiliertem Sohlenprofil. Auf den Kahnanlegestellen und an den Uferwegen steht oft Schlamm, und wer mit Turnschuhen aus Stoff einsteigt, hat nach zehn Minuten nasse Füße. Gummistiefel sind praktisch, aber auf längeren Strecken unangenehm, weil sie nicht atmen; besser sind leichte Wandersstiefel mit Membran. Eine dünne Mütze oder ein Stirnband gehört ebenfalls in den Rucksack, denn auf dem offenen Wasser zieht der Wind stärker als erwartet, und die Ohren kühlen schnell aus.